Bert Steinberg
 
Der Einfluss von Regenwürmern auf die Speicherung von organischem Kohlenstoff im Boden
 
Betreut durch Prof. Dr. Immo Anger, Fachhochschule Jena und
Prof. Dr. Gerd Gleixner und Dipl.-Geoökologe Axel Don, Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena
 
Regenwürmer sind als "Ingenieure des Bodens" dafür gekannt großen Einfluss auf Pedogenese und Stoffumsetzungen im Boden zu haben. Der Nettoeffekt von Regenwürmern auf die Bodenkohlenstoffdynamik ist aber bisher ungeklärt. An zwei Standorten (Saaleaue Jena und BIOTREE-Fläche Mehrstedt) wurde untersucht, ob es durch die Aktivität von Regenwürmern zu einer Anreicherung von organischem Kohlenstoff entlang der Gangsysteme kommt. Außerdem wurde untersucht, wie viel gelöster organischer Kohlenstoff durch Makroporenfluss in Regewurmgängen verlagert wird. Dazu wurde in verschiedenen Horizonten zunächst die Dichte der Regenwurmgänge bestimmt. Regewurmgänge wurden beprobt und Mikroteilproben aus unterschiedlichen Abständen von den Gangwänden gewonnen und deren Corg- und N-Gehalt sowie deren 13C- und 15N-Isotopenverhältnisse bestimmt. Zur Bestimmung der Makroporenflussmengen und deren Corg-Gehalte wurden Wassersammelflaschen in 60 cm Tiefe an den Enden von Regenwurmgängen installiert. Für die untersuchten Gänge wurden nur geringe Mengen von Makroporenflusswasser ermittelt. Der Corg-Gehalt war jedoch in den Wasserproben erhöht gegenüber Matrixwasserproben. Eine Anreicherung von organischem Kohlenstoff in der Drilosphäre von Regenwurmgängen, mit einem deutlich höheren Corg-Gehalt in belebten als in unbelebten Gängen, wurde nachgewiesen. Dennoch war der Corg-Gehalt in unbelebten Gängen höher als in der Bodenmatrix, was zeigt, dass es in der Drilosphäre zu einer langfristigen Speicherung von organischem Kohlenstoff kommt. Es wurde an beiden Standorten eine zusätzliche Speicherung von ca. 2.5 Mg/ha organischen Kohlenstoffs durch die Regewurmaktivität ermittelt, vornehmlich verursacht durch anözische Arten wie Lumbricus terrestris. Die Analyse der Isotopenverhältnisse ergab, dass das Material mit zunehmendem Abstand von der Gangwand und zunehmender Tiefe stärker abgebaut war. Durch die vorliegende Arbeit konnte belegt werden, dass die Aktivität von Regenwürmern zu einer zusätzlichen Speicherung von organischem Kohlenstoff im Boden führt.