Severine Dietrich
 
Der Einfluss von Aufforstungen auf die Dynamik der krautigen Vegetation
 
Betreut durch Prof. Dr. Sabine Tischew, Hochschule Anhalt, Bernburg
Dr. Michael Scherer-Lorenzen, ETH Zürich
und Dipl.-Geoökologe Axel Don, Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena
 
Der ehemalige Schiessplatz in Mehrstedt wurde durch das Max-Planck-Institut für Biogeochemie aus Jena im Rahmen des BIOTREE-Experiments aufgeforstet. Auf dem Schiessplatz hatte sich ein extensiv genutztes Grünland entwickelt. Die Bäume wurden jedoch nicht in die Vegetation sondern in zuvor gefräste Pflanzreihen gepflanzt. Dadurch ist der Kohlenstoffkreislauf dieses Ökosystems gestört. Ziel der Diplomarbeit war es, auf der BIOTREE-Versuchsfläche in Mehrstedt den Einfluss der Flächenvorbereitung der Aufforstung auf die Zusammensetzung und Produktivität der nicht-verholzten Vegetation zu quantifizieren und die Fläche vegetationskundlich zu beschreiben. Hierfür wurde in jedem der 40 aufgeforsteten Plots eine Vegetationsaufnahme durchgeführt. Die Kartierung ergab eine hohe Heterogenität der Vegetationszusammensetzung auf der Fläche. Deshalb ließ sich die gesamte Fläche nicht einer pflanzensoziologischen Assoziation zuzuordnen. Die Fläche kann als mesophiles Grünland beschrieben werden, mit einigen Teilbereichen, die von Wechselfeuchtezeigen dominiert waren. In Teilbereichen wurden Übergänge zu Kalkmagerrasen und Ruduralgesellschaften deutlich. Ein Vergleich der in den Pflanzreihen und den Grasstreifen kartierten Arten erbrachte, dass in den Pflanzreihen 32% mehr Ruderal- und Segetalarten wuchsen als in den ungestörten Grasstreifen. Zusätzlich wurde die oberirdische Biomasse der Pflanzreihen und der Grasstreifen untersucht. In sechs Plots wurde außerdem die unterirdische Biomasse (Wurzelbiomasse) der gestörten Pflanzreihen und der ungestörten Grasstreifen zwischen den Pflanzreihen bestimmt. Signifikante Unterschiede gab es bei der oberirdischen Biomasseproduktion von Pflanzreihe und Grasstreifen eines Plots. In Grasstreifen wurde 45% mehr Biomasse geerntet im Vergleich zu den gestörten Pflanzreihen. In den Pflanzreihen waren die unterirdischen Biomassen geringer als in den Grasstreifen. Dagegen waren die Zuwächse an Wurzelbiomasse zwischen April und September 2004 in beiden Bereichen fast gleich hoch. Dies deutet auf eine rasche Zunahme der Vegetationsdecke auf den durch das Fräsen 2003 vegetationsfreien Pflanzreihen hin. Die Ergebnisse belegen deutlich verringerte Kohlenstoffeinträge auf den gestörten Pflanzreihen, die die Gesamtkohlenstoffbilanz der Aufforstungsfläche negativ beeinflussen. Zukünftige Untersuchen werden die Nachhaltigkeit dieser Ökosystemstörung evaluieren können.